Wie barrierefrei ist Biebertal?

Michael Borke macht den Praxistest in Rodheim. Sein Fazit: Trotz einiger guter Ansätze gibt es in Sachen "Barrierefreiheit" noch einiges in Biebertal zu tun. Ihm ist wichtig, dass die Belange von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen im täglichen Verwaltungshandeln berücksichtigt und mitgedacht werden, zum Beispiel immer dann, wenn Tiefbauarbeiten oder andere Sanierungsmaßnahmen anstehen.

Die Rampe am Rathaus erfüllt ihren Zweck Bild: SPD Biebertal
Michael Borke macht Praxistest in Rodheim

In den nächsten Jahren wird der Anteil der älteren Menschen in unserer Gesellschaft weiter ansteigen und damit auch die Zahl der Menschen mit motorischen Einschränkungen. Heute schon haben wir eine große Zahl von Menschen, die auf einen Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind. Wie fühlt sich das an mit einem Rollstuhl oder einem Rollator durch Biebertal zu fahren? Wie barrierefrei ist Biebertal schon und was ist noch zu tun. Dieser Frage sind Bürgermeisterkandidat Michael Borke und die SPD Biebertal bei einem Rundgang in Rodheim nahgegangen. Dabei haben sie „Licht und Schatten“ entdeckt.

Der Zugang zum Rathaus über die seitliche Rampe ist ganz gut geeignet. Positiv auch die Gaststätte Kalamar im Bürgerhaus mit ihrem barrierefreien Zugang und dem Behinderten-WC. Da sieht es auf den Bürgersteigen und an den Straßenkanten schon anders aus. Die wenigsten sind abgesenkt, viel haben Stolperfallen und dass selbst an Fußgängerüberwegen. An einigen Stellen kommt man mit Rollator oder Rollstuhl gar nicht erst durch. Da gibt es noch viel zu tun.

Fehlende Bordsteinabsenkungen, viele Stolperfallen und Hindernisse

Auch die Bushaltestellen, die bis Ende 2022 alle behindertengerecht umgebaut sein müssen, haben durchweg noch Modernisierungsbedarf. In Biebertal hat lediglich die Bushaltestelle am Schindwasen ein sogenanntes Kasseler Bord, was barrierefreies Einsteigen in den Bus ermöglicht. Doch ausgerechnet an dieser Haltestelle gibt es noch nicht einmal ein Wartehäuschen. Auch mit Sitzplätzen sieht es an den Bushaltestellen überwiegend schlecht aus.

Der Zugang zu Geschäften, ärztliche Einrichtungen und Gaststätten ist auch in vielen Fällen noch nicht barrierefrei. Auch hier gibt es noch viel zu tun.

Der Vorschlag von Michael Borke lautet: Einsetzung eines Inklusionsbeauftragten oder -beirates, der die Gemeinde bei Fragen der Barrierefreiheit berät, gemeinsam eine Bestandsaufnahme machen und eine Prioritätenliste erarbeiten, Fördermittel beantragen und anschließend die Prioritätenliste Schritt für Schritt abarbeiten. Noch wichtiger ist für Ihn aber, dass die Belange von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen im täglichen Verwaltungshandeln berücksichtigt und mitgedacht werden, zum Beispiel immer dann, wenn Tiefbauarbeiten oder andere Sanierungsmaßnahmen anstehen.