Ausstellung „100 Jahre SPD Rodheim-Bieber“ im Heimatmuseum in Rodheim eröffnet

Die SPD Rodheim wurde am 06. Januar 1919 gegründet. Anlass für eine Ausstellung „100 Jahre SPD Rodheim-Bieber“, die am Sonntag, 8. September 2019 im Heimatmuseum in Rodheim eröffnet wurde. In der Ausstellung werden die Spuren der SPD im Ort in den verschiedenen Epochen dokumentiert. Es wird erinnert an Genossinnen und Genossen, die sich in der Partei und in den Gemeindegremien für Ihre Mitbürger eingesetzt haben sowie an Projekt und Errungenschaften für unser Gemeinwesen, die eng mit dem Wirken dieser Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten verbunden sind. Dazu werden Wahlplakate aus vergangenen Jahrzehnten gezeigt. Die Ausstellung läuft bis zum 29. Dezember 2019 und ist jeweils sonntags von 15.00 bis 17.00 Uhr geöffnet.

Karl-Ernst Schaub, Franz Beck, Matthias Körner, MdB Dagmar Schmidt, Thomas Prochazka, Dieter Scholz Frank Tilo Bechr und Helmut Failing (v. l.) bei der Ausstellungseröffnung Bild: Klaus Waldschmidt u SPD Biebertal

Helmut Failing, der Vorsitzende des Heimatvereins eröffnete am Sonntag im Heimatmuseum Rodheim die Ausstellung „100 Jahre SPD Rodheim-Bieber“, als nunmehr 69 Sonderausstellung seines rührigen Vereins.

Gemeinsam mit dem SPD Ortsvereinsvorsitzender Karl-Ernst Schaub begrüßte er die zahlreichen Gäste, darunter die Bundestagsabgeordnete Dagmar Schmidt, den Landtagsabgeordneten Frank Tilo Becher, den SPD Unterbezirksvorsitzenden Matthias Körner und Bürgermeisterin Patricia Ortmann.

Schaub bedankte sich beim Heimatverein und bei Helmut Failing für die tatkräftige Unterstützung und dafür, dass die Ausstellung im Heimatmuseum gezeigt werden kann. Das mache deutlich, dass die SPD zum Dorf dazu gehöre.
Er erinnerte daran, dass sich Sozialdemokraten vor 100 Jahren für die junge, von allen Seiten bedrohte Demokratie eingesetzt haben und dass das viele Genossinnen und Genossen später mit Verfolgung, Gefängnis, Folter oder gar dem Leben bezahlen mussten. Daran müsse gerade heute die Erinnerung wachgehalten werden, so Schaub, „aber auch daran, was nach dem 2. Weltkrieg Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten für den Wiederaufbau unseres Landes und für den Aufbau und den Erhalt einer lebendigen Demokratie im Sinne der sozialdemokratischen Grundwerte „Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität“ geleistet haben; und ich bin sicher, auch in der Zukunft noch leisten werden.“ Darauf nehme die Ausstellung Bezug und sie zeige gleichzeitig anschaulich wie Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten vom Ende des 2. Weltkriegs, bis zur Gründung der Gemeinde Biebertal die politische Verantwortung in Rodheim-Bieber getragen und auch die Entwicklung in Biebertal aktiv mitgestaltet haben. „Manches worauf wir auch heute mit recht noch stolz sein dürfen, wie z.B. unsere Einrichtungen der Altenpflege, mussten seinerzeit gegen erhebliche Widerstände durchgesetzt werden.“

Schaub bedankte sich bei den „Ausstellungsmachern“ Dieter Scholz, Franz Beck und Thomas Prochazka, denen es gelungen sei, die 100-jährige Geschichte der SPD vor Ort in den kommunalen aber auch gesamtgesellschaftlichen Zusammenhängen zu zeigen.

Bundestagsabgeordnete Dagmar Schmidt erinnerte in ihrem historischen Rückblick anhand von drei wesentlichen Traditionslinien der SPD – Demokratie, Frauenrechte und Sozialstaat – daran, dass nichts selbstverständlich ist, wenn es um Demokratie, Menschen- und Freiheitsrechte oder die Rechte und die gerechte Entlohnung von Arbeitnehmern gehe. „Das ist die Erfahrung von 156 Jahren Geschichte der SPD. Wir haben gelernt, dass Demokratie mehr ist als Wahlen und dass im Kapitalismus die menschlichen, die sozialen und die Rechte der Arbeitnehmer immer wieder erkämpft, verteidigt und angepasst werden müssen. Die Geschichte der SPD ist davon geprägt Verantwortung zu übernehmen – auch und gerade in schwierigen Zeiten. Sie ist davon geprägt immer zu versuchen, das Beste für die Mehrheit der Menschen zu erreichen – auch wenn der Wind von vorne weht.“

Dieter Scholz, langjähriger Fraktionsvorsitzender der SPD in der Biebertaler Gemeindevertretung, führte als einer der „Macher“ in die Ausstellung ein. Auch er bedankte sich bei Helmut Failing, der diese Ausstellung mit angeregt und die Entstehung unterstützt habe, sowie bei seinen Mitstreitern.
Auch wenn aus den Anfangsjahren und aus der NS-Zeit nur noch spärlich Unterlagen vorhanden sind, wissen wir heute, dass die SPD Rodheim am 6. Januar 1919 gegründet wurde. Dieter Scholz erinnerte daran, unter welch schwierigen Lebens- und Arbeitsbedingungen und politischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten, Menschen bereit waren sich politisch in der SPD zu engagieren und für ihre Mitbürger und die Gemeinde Verantwortung zu übernehmen.

„Die Lebensbedingungen in unserem Ort haben sich in diesen 100 Jahren fundamental verändert. Wir haben versucht, die Spuren der SPD im Ort in diesen verschiedenen Epochen zu suchen und zu dokumentieren…
Sie finden die Namen und auch einige Bilder der Rodheimer Genossinnen und Genossen, die sich in der Partei und in den Gemeindegremien für Ihre Mitbürger eingesetzt haben, in unseren Übersichten mit den wesentlichen kommunalpolitisch bedeutenden Ereignissen der Nachkrieghsjahre und den Errungenschaften in unserem Gemeinwesen, die durch deren Anregung, Mithilfe und Unterstützung entstanden sind.“

„Wir wünschen uns,“ so Dieter Scholz zum Abschluss, „dass Sie mit uns zufrieden sind, bei der Besichtigung neue Erkenntnisse haben, Erinnerungen auffrischen und angeregt werden, selbst mitzuwirken.“

Siehe auch Berichte im Gießener Anzeiger und in der Gießener Allgemeinen.