Biebertaler Gespräche: Photovoltaik als Chance nutzen

Im Rahmen der Biebertaler Gespräche der SPD referierte Uwe Kühn, Vorsitzender der Energiegenossenschaft Sonnenland eG mit Sitz in Buseck, im großen Saal des Bürgerhauses Frankenbach über Chancen für Photovoltaik in Biebertal. Sein Fazit: „Wenn in Biebertal nichts getan wird, zahlen die Bürgerinnen und Bürger die EEG-Umlage an die Bewohner anderer Kommunen, in denen Strom aus erneuerbaren Energiequellen produziert wird!"

20-07-10 Referent Uwe Kühn von der Sonnenland eG Bild: SPD Biebertal
Thomas Prochazka (links) und Uwe Kühn im Dialog Bild: SPD Biebertal

SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Prochazka begrüßte die Besucher der Veranstaltung und wies auf die Vorteile der Stromproduktion vor Ort mit Hilfe der Photovoltaik hin. Für 5 bis 10 Cent pro kWh ist dies heute möglich. PV-Strom ist damit konkurrenzfähig und hat inzwischen einen Anteil von 8% an der Stromerzeugung in der Bundesrepublik. Photovoltaik sei demzufolge eine wichtige Komponente für eine nachhaltige Entwicklung in Europa und sollte dies auch in Biebertal sein. Es sei aus Sicht einer ökonomischen Nachhaltigkeit sinnvoller den Strom vor Ort zu produzieren, als z.B. Erdgas aus Russland oder Kohle aus Australien zu importieren. Und PV ist unschädlich für die Gesundheit, was aus Sicht der sozialen Nachhaltigkeit zu begrüßen ist. Im Gegensatz zur Kohleverstromung, die bei uns jedes Jahr mehrere tausend Tote durch Erkrankungen der Atemwege zur Folge hat. Aus ökologischer Sicht ist Strom aus PV nach rund 2 Betriebsjahren CO2 neutral und dient damit dem Klimaschutz.

In seinem Vortrag stellte Uwe Kühn kurz die Energiegenossenschaft Sonnenland eG vor. Diese betreibt im Kreis Gießen zahlreiche PV-Aufdachanlagen, so auch auf dem Dach des Bürgerhauses Frankenbach. In den letzten Jahren sind auch mehrere Solarparks hinzugekommen. An allen Anlagen können sich Bürgerinnen und Bürger als Mitglieder der Genossenschaft beteiligen und damit zu lokaler Wertschöpfung beitragen.

Ein Solarpark könnte im Übrigen auch in der Nähe Frankenbachs entstehen. Im Teilregionalplan Energie ist ein potenzielles Gebiet an der Straße nach Erda aufgeführt, das zudem in der Nähe einer Anschlussmöglichkeit liegt und rechnerisch rund 40% der Biebertaler Haushalte mit Strom versorgen könnte, so die Einschätzung des Experten. Möglich ist PV hier, weil im vergangenen Jahr eine hessische Öffnungsklausel für Kommunen gültig wurde, die es zulässt, landwirtschaftliche Nutzflächen in sogenannten „benachteiligten landwirtschaftlichen Gebieten“ für PV-Freiflächenanlagen zu nutzen. Zu diesen Kommunen gehört auch Biebertal.

Haupt- und Finanzausschussvorsitzender Wolfgang Lenz, SPD (hinten links) Bild: SPD Biebertal

Die Besucher der Veranstaltung waren von der Nutzung der Photovoltaik generell und der Möglichkeit einer PV-Freiflächenanlage in Biebertal sichtlich angetan. Allerdings wurde auch deutlich, dass es für eine bessere Einschätzung und Bewertung des Standortes in Frankenbach oder möglicher Standortalternativen genauerer Vorplanungen bedarf. Aus genau diesem Grund hatte sich die SPD Fraktion bereits im vergangenen Jahr für eine Photovoltaik-Potenzialstudie für Biebertal eingesetzt und veranlasst, dass entsprechende Mittel im Gemeindeaushalt 2020 zur Verfügung stehen.

„Die Gelder sind da! Der Gemeindevorstand muss tätig werden,“ so das Fazit vom Haupt- und Finanzausschussvorsitzenden Wolfgang Lenz, der für die SPD Fraktion versprach: „Wir werden an diesem Zukunftsthema dran bleiben.“