Biebertal soll Nutzung der Photovoltaik voranbringen

Auf Initiative der SPD hat die Kooperation einen Antrag für eine umfassende Prüfung der Möglichkeiten der Nutzung der Photovoltaik in Biebertal auf den Weg gebracht. Die Gemeindevertretung hat diesen Antrag am 28. September 2021 einstimmig beschlossen. Wieder ein wichtiger Meilenstein zur Umsetzung unseres Wahlprogramms. Jetzt sind die Bürgermeisterin und der Gemeindevorstand am Zug.

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Hier der Antrag/Beschluß der Gemeindevertretung im Wortlaut:

„Die Gemeindevertretung beauftragt den Gemeindevorstand zusammen mit der Gemeindeverwaltung, dem Energiebeirat, dem Klimaschutzmanager des Landkreises und mit kompetenten Vereinen und Firmenvertretern die Möglichkeiten der Photovoltaik in Biebertal festzustellen, mögliche Projekte zu unterstützen und die dafür erforderliche Bauleitplanung durchzuführen.

Der Gemeindevorstand wird gebeten die Möglichkeiten für die Beteiligung der Gemeinde sowie von Privatpersonen an einer Energieanlagengesellschaft für Photovoltaik /Solarenergie vorzulegen.

Vorschläge für geeignete Freiflächen und gemeindliche Liegenschaften werden ebenfalls erbeten.

Über die Ergebnisse ist der Gemeindevertretung und vorab dem Umwelt- sowie dem Haupt- und Finanzausschuss bis zur zweiten Sitzung der Gemeindevertretung im Jahr 2022 zu berichten. Hierbei soll insbesondere auch auf folgende Aspekte eingegangen werden:

– Wie sehen das Konzept bzw. die konkreten Planungen der Gemeinde Biebertal in Bezug auf die Nutzung bzw. Erweiterung von Photovoltaikanlagen auf den Dächern und an Wänden der gemeindeeigenen Gebäude aus (z. B. Bürgerhäuser, Dorfgemeinschaftshäuser, Rathaus, Schwimmbad, Sporthallen, Feuerwehr- und Bauhof-Neubau)? Dabei sollten auch Projekte einbezogen und bewertet werden, die zum Teil bereits realisiert wurden – mit aktueller Technik ergeben sich jedoch inzwischen neue Möglichkeiten.

– Welche Aktivitäten – neben dem Energiebeirat Biebertal – sind geplant, um Firmen und Privatpersonen über klimafreundliche Projekte zu informieren und sie bei der Realisierung zu unterstützen?

– Bis wann werden belastbare Zahlen vorliegen, um Kosten für Netzanbindung und ein Solarkraftwerk auf im Regionalplan vorgesehenen Freiflächen, z. B. in Frankenbach, abzuschätzen?

– In welchem Zeitfenstern ist die Realisierung einer solchen Anlage realistisch machbar?

– Kann eine solche Anlage direkt der gemeindlichen lokalen Energieversorgung – evtl. in einer genossenschaftlichen Lösung – zugeführt werden?

– Welchen Kosten und langfristigen Einsparungen können diesbezüglich kalkuliert werden?“

Die Kooperation hat diesen Antrag wie folgt begründet:

Die Energiewende ist ein gesamtgesellschaftliches Projekt mit breiter Zustimmung in der Bevölkerung. Während die Gemeinde auf der einen Seite gegen die Erstellung neuer Windräder im Helfholz klagt, wird der Energiebedarf in den nächsten Jahren jedoch erheblich steigen. Für das
weitere Gelingen der Energiewende ist deswegen u. a. ein erheblicher Ausbau der Photovoltaik erforderlich.

Eine lokale Energieerzeugung kann den Bürgerinnen und Bürgern direkt zugutekommen und die gemeindlichen Kosten durch Eigennutzung senken.

Konkrete mögliche Projekte können neue sowie Erweiterungen bestehender PV-Anlagen auf Dächern gemeindeeigener Gebäude und sonstiger Flächen sein.

Die Wirtschaftlichkeit und Umsetzbarkeit von PV-Freiflächenanlagen ist für die beiden im Teilregionalplan Energie ausgewiesenen Flächen westlich von Frankenbach und westlich von Königsberg zu überprüfen.

Bevorzugt sollten größere Anlagen als Bürgerenergieanlagen gestaltet werden. Damit kann Wertschöpfung vor Ort geschaffen und der Ertrag im Ort gesichert werden. Gleichzeitig verbessern Bürgerenergieanlagen erfahrungsgemäß die Akzeptanz in der Bevölkerung.

PV-Anlagen werden auf vielfältige Weise durch Landes- und Bundesmittel sowie durch die EU gefördert. Dies gilt für kommunale sowie für private Anlagen. Bei Letzteren ist zudem eine Energieberatung möglich, die z. B. über das Energieberatungsnetzwerk des Kreises ebenfalls gefördert
werden.